Hallo zusammen, wir sind gerade in der Vorbereitung unseren ersten Hund bei uns aufzunehmen. Im Auge haben wir eine 3 Jahre alte Hündin die seit dem Welpenalter auf einer Pflegestelle in Rumänien wohnt. Pflegestelle bedeutet dort eher Tierheimverhältnisse als eine Familie. Die Hündin wird als freundlich, menschenbezogen und anfängertauglich beschrieben. Ich bin mir aber durchaus bewusst das, trotz aller Infos und Einschätzungen von der Tierschutzorganisation, eine Wundertüte zu uns kommt. Ich möchte nun für alle einen guten Start. Was ist wichtig am Anfang um von vornherein dem Hund zu vermitteln, dass ich die Verantwortung übernehme und er nichts regeln muss? Welche Regeln sollte man direkt etablieren und wie durchsetzen? Ich weiß es ist total schwer das zu beantworten ohne den Hund und sein Verhalten zu kennen aber vielleicht gibt es Tipps die den Start etwas erleichtern. Ich Träume seit Kindertagen von einem eigenen Hund (bin jetzt 40 ;) ) und habe immer gern auf. Hunde von anderen aufgepasst und Sachen geübt wenn möglich. Ich brauche durch eine unschöne Situation mit dem Hund meiner Schwester mittlerweile leider ein bisschen Zeit um einem Hund komplett zu vertrauen und möchte deswegen mich vorab gut vorbereiten damit ich wenigstens in der theoretischen Methodik nicht unsicher bin. Gibt es Tipps um die Ruhe zu bewahren falls doch mal was aus dem Ruder läuft ? :)
Hallo Astrid, wir haben nun mittlerweile den vierten großen Hund aus dem Tierschutz, nacheinander über Jahre. Es gibt keinen Grund sich im Vorfeld zu viele Gedanken zu machen. Hier bei der DU bist du absolut richtig um deinen Hund von vornherein richtig kennen und einschätzen zu lernen, mit ihm die Basics zu verinnerlichen und nach einem guten Beziehungsaufbau alles weitere zu erarbeiten. Der Kurs Bindung und Beziehungen ist ideal für den Start. Meiner Erfahrung nach ist der Einzug deines neuen Begleiters in der Regel völlig unproblematisch. Da Hunde Opportunisten sind, wird dein Hund erstmal versuchen nicht zu sehr aufzufallen und alles über sich ergehen zu lassen, bis er die Situation für sich besser einschätzen kann. Du solltest ihm anfänglich nicht zu viel zumuten und ihm Zeit geben dich, sein Zuhause, die neue Umgebung und euren gemeinsamen Tagesablauf kennen zu lernen. Dieser Prozess braucht Zeit. Wieviel kann man nicht sagen, das ist von Hund zu Hund unterschiedlich, kann aber sogar Monate dauern. Beeindrucken wirst du ihn von vornherein dadurch, das du die Ressourcen verwaltest und zuteilst. Mehr Erfahrungen als das du das Futter und Wasser gibst, ihm einen sicheren Ruheplatz anbietest, ihm in Maßen Zuneigung zeigst, ihn in Maßen beschäftigst, ihm Bewegung gibt und bei all dem immer ruhig, freundlich, aber auch konsequent und bestimmend bist, braucht er anfangs nicht um Vertrauen zu dir aufzubauen und sich einzuleben. Alles andere kommt nach und nach. Wenn du noch spezifischere Fragen hast, teile ich dir meine Erfahrungen gerne mit. Viel Spaß auf jeden Fall mit deinem neuen Begleiter. LG Micha
Wir haben noch den Hinweis bekommen, dass der Hund absolut keine Strassen kennt und es eventuell zu Angst kommen kann weil wir leider auf einer Seite vom Grundstück eine relativ große Straße haben. Gibt es Tipps den Hund da gut heranzuführen?
Auch das geht ihr einfach ganz ruhig und unkompliziert an. Nur nie denken, oha jetzt gehen wir ein Problem an. Das würde sich immer auf den Hund übertragen. Geht einfach auf die Straße zu, vielleicht Sonntags wenn nicht so viel Verkehr ist. Wird der Hund tatsächlich unruhig, dreht ihr einfach ab und geht in eine andere Richtung. Das wiederholt ihr dann immer wieder Tag für Tag, ohne Zwang. Muss auch nicht täglich sein. Ihr werdet so immer näher kommen können ohne das der Hund zu nervös wird. Nie die Nervosität auf die Spitze treiben, lieber häufiger, in kleinen Schritten, mit kleinen Erfolgen abschließen. So erarbeitet ihr euch zusammen eigentlich in fast jeder Situation nach und nach den Erfolg. Es muss aber auch garnicht sein das er ängstlich reagiert, manche Hunde bringt fast nichts aus der Ruhe. Mental immer erstmal von keinem Problem ausgehen, das überträgt sich. Ein bequemes, leichtes Geschirr möchte ich dir empfehlen, was einen Brustring hat. Am Brustring kann der Hund weniger eskalieren, an Brust und Rückenring gleichzeitig kann man ihn sehr gut kontrollieren und aus einem Geschirr kann er nicht rausrutschen.
Vielen Dank, das gibt mir die nötige Sicherheit. Ich mach mir wahrscheinlich eh viel zu viele Gedanken 😅. Ich brauche nur für mich einen Plan damit ich auch Sicherheit ausstrahlen kann.
Hallo Astrid, Ich finde es ganz toll, dass du dich so gut vorbereitest und im Voraus versuchst zu planen. Top! Aber vergiss nicht, mit einem Tier, zieht ein Lebewesen ein! Das ist zum einen ein Individuum und zum anderen hat es die ganzen Bücher nicht gelesen. ;) Will sagen: Mach dich nicht im Vorfeld verrückt! Ich weiß, dass das leicht gesagt ist. Ich bin genauso. Ich versuchte Probleme zu lösen, die (noch) gar nicht da waren. (Nicht mal der Hund war da, geschweige denn, dass ich wusste, wie er sein würde. Denn ich hatte mich noch gar nicht umgesehen.) Die Probleme kommen von alleine! Genieße erstmal die Vorfreude und habe eine tolle Zeit mit deinem neuen Begleiter!
Hey, Ich würde mir erstmal den Kurs "Bindung und Beziehung" geben. Darauf baut am Ende alles auf, m. M. n. Damit kannst du dich schon mal "warm machen". Wenn dein Hund dann da ist: "Wer ist mein Hund wirklich?". Damit lernst du deinen Begleiter nochmal besser kennen. Wirklich viel raten kann ich dir sonst nicht; ich habe dir ja schon etwas geschrieben gehabt; wollte aber auf deine Fragestellung nochmal näher eingehen.
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