Janin
3.8.2026 um 10:52Uhr

"Plötzlich" Angsthund, inkl. Urinieren ins Bett

Hallo zusammen. Unser Eurasier-Rüde, unkastriert, 7 Jahre alt, hat seit letztem Jahr zumindest für uns sehr plötzlich Angst vor lauten Geräuschen entwickelt. Erstmalig Silvester 2024 auf 2025 hatte er Panik vor dem Feuerwerk. Die Jahre davor war es nie ein Problem für ihn. Im Laufe des Jahres 2025 kam dann noch Panik vor lautem Regen und Gewitter hinzu. Das äußert sich durch unruhiges Umherwandern, Zittern, andauerndes Hecheln. Er ist dann nicht abzulenken oder zu beruhigen und sucht meine Nähe. Seit Anfang des Jahres ist noch hinzugekommen, dass er auf die Couch oder mein Bett pinkelt, wenn er Angst hat und ich nicht da bin. Ich wohne mit meinen Eltern in einem Haus - ich in der 1. Etage, meine Eltern im Erdgeschoss. Er ist also selten alleine, wenn überhaupt nur für max. 1-2 Stunden zum Einkaufen. Wenn ich ins Büro muss, ist v.a. mein Vater eine wichtige Bezugsperson, geht mit ihm Gassi und beschäftigt sich mit ihm. Mein Vater lässt ihn oft ohne Leine laufen, wenn er im Feld unterwegs ist, was früher auch nie ein Problem war, weil er gut abrufbar ist. Nicht aber, wenn er in Panik ist. So kam es vor zwei Monaten dazu, dass er - für meinen Vater aus dem Nichts - in Panik losgerannt ist und dabei vor ein Auto gelaufen ist. In seiner Panik läuft er immer sofort nach Hause, kein Abruf hat geholfen. Gott sei Dank hatte er viele Schutzengel und es ist nichts Schlimmes passiert. Mein Vater kann nicht sagen, was es war. Er hat nichts gesehen oder gehört. Ich vermute, der Hund schon und irgend ein lautes Geräusch hat ihn erschreckt. Ich lasse ihm deshalb schon länger nicht mehr ohne Leine laufen. Eine neue Entwicklung ist nun gestern dazu gekommen. Es gab keine lauten Geräusche, kein Gewitter. Darwin, so sein Name, war noch bei mir im Wohhnzimmer und hat sich kraulen lassen, ist dann in mein Schlafzimmer gewandert. Ich ging davon aus, dass er sich neben das Bett zum Schlafen legt. Als ich wenig später ins Zimmer kam, lag er auch dort, allerdings hat er zuvor noch auf mein Bett uriniert. Das ist noch nie vorgekommen, ohne dass eine Angstsituation vorlag, in der ich nicht für ihn greifbar war. Er wirkte auch nicht unruhig oder verängstigt. Wenn er sich zwischendurch lösen muss, geht er normalerweise in den Garten, was nicht oft passiert, da wir regelmäßig mit ihm rausgehen. Ich verstehe nicht, wie es plötzlich zu dieser Entwicklung kommen kann. Ein befreundeter Hundetrainer, ältere Generation würde ich sagen, meinte nur wir sollten Darwin mit Nichtbeachtung strafen, dann würde das schon gehen. Sehe ich absolut nicht so, weshalb ich mir schon einige Kurse bei euch angesehen habe. Allein der Basics-Kurs hat mich schon auf die Vermutung gebracht, dass Darwin evtl. ein klarer Rahmen fehlt, in dem er agieren kann. Es ist nämlich so, dass ich schon als Welpe versucht habe mit ihm und einer Hundetrainerin (die heute leider nicht mehr aktiv ist) Grenzen und Handlungsspielräume zu definieren, an die sich mein Vater aber nicht hält. Z.B. entscheidet der Hund beim Gassigehen, wo gegangen wird, wie lange gegangen wird. Wenn mein Vater (übrigens Rentner) im Haus irgendwas arbeitet und Darwin spielen will, dann holt er ihn und mein Vater folgt. Ich verbiete, Darwin zu füttern wenn er bettelt, meine Eltern halten sich an nichts und geben ihm, was er will. Das merke ich auch beim Training, was ich die letzten Wochen intensivieren wollte: es gibt kein Leckerchen, das reizvoll genug für ihn ist, dass er dafür mit mir arbeiten würde, weil meine Eltern ihm immer alles geben. Ich habe bisher trotzdem immer eine Lösung gefunden und würde schon sagen, dass Darwin gerne mit mir arbeitet. Ich sehe also durchaus auch bei mir den Fehler, es zu lange nicht ernst genug genommen zu haben. Ohne die Mitarbeit meiner Eltern wird es aber langfristig nicht funktionieren, daher wäre eine professionelle Einschätzung hilfreich: Kann diese Inkonsequenz in unserem Haus (wichtige Zusatzinfo: Darwin kann sich im ganzen Haus frei bewegen, da meine Wohnung nicht durch eine Tür von der Etage meiner Elten abgeschlossen ist) mit eine Ursache für die - in meinen Augen - wachsende Unsicherheit des Hundes sein, oder bin ich komplett am Thema vorbei? VG

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1
Team
3.8.2026 um 13:18Uhr

Hallo Janin, das Ganze hört sich tatsächlich nach einer schwierigen Situation für dich und deinen Darwin an. Ihr habt hier natürlich 2 bzw. 3 Probleme: Das eine Problem ist die Geräuschangst, die dein Hund entwickelt hat. Hier müsste tatsächlich noch einmal ein kompetenter Hundetrainer draufschauen. Es gibt Hunde, die sich in solch eine Geräuschangst derart hineinsteigern, so dass sie sich mit der Zeit sogar wegen einem zufallenden Mülltonnendeckel sehr erschrecken und nach Hause laufen wollen. Manchmal muss man sogar über medizinische Unterstützung nachdenken. Mir tut dein Darwin und auch natürlich du wirklich leid und ich finde es einfach toll, dass du Darwins Problem ernst nimmst. Es ist zwar auch blöd, aber schlichtweg ist es besser und sicherer, dass du Darwin an der Leine (Schleppleine) lässt. Vielleicht gibt es in deiner Nähe eine eingezäunte Wiese oder großen Garten, wo er frei laufen kann und es ruhig ist? Problem 2: Das Urinieren. Könnte es sein, dass Darwin inkontinent ist? Das würde ich mal bei einem Tierarzt abklären lassen. Oder wäre Darwin tatsächlich so dreist, dass er auf dein Bett markiert? Ist aber unwahrscheinlich, hier ziehen die Hunde eher andere Orte, wie Schränke etc. vor. Zum Training kann ich aus der Ferne leider auch nicht viel sagen, außer dass Eurasier ja von Haus aus nicht gerade sehr unterordnungsbereit sind und gern ihr eigenes Ding machen. Naja, und da ist ja auch noch das 3. Problem und das sind, wenn ich es einmal so ausdrücken darf, deine Eltern. Denn du möchtest ja auch den Hausfrieden nicht zerstören, oder? Die erste Maßnahme wäre schon einmal, ein Trenngitter o. ä. in der ersten Etage zu installieren. Denn du hast recht, für Darwin wäre ein kleiner Radius, indem er sich bewegen kann besser. Solange deine Eltern Kontakt zu Darwin haben, und das wird sich, wie ich dich verstanden habe so bald auch nicht ändern, ist es bestimmt besser, keinen Streit mit ihnen beginnen, was das Essen betrifft. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, diesen Kampf kannst du nur verlieren, denn du bist einfach nicht immer dabei und wahrscheinlich werden deine Eltern Darwin dann heimlich etwas vom Tisch geben, aber Darwin weiß ja, deine Eltern kann er manipulieren, dich in Zukunft nicht mehr. 💪 Schau dir übrigens auch gerne die 3 Webinare im Clubvorteilsbereich von Dana an: „Gemeinsam ins neue Jahr 2026“, bestimmt auch sehr interessant für dich. Liebe Janin, ich drücke dir ganz fest die Daumen, dass ihr die Geräuschangst von Darwin in den Griff bekommt. Dieses Problem und das Urinieren wäre ja das Wichtigste. Vielleicht könntest du auch Kameras in deiner Wohnung aufstellen, damit du siehst, wann und in welcher Situation Darwin uriniert. Liebe Grüße Beate vom Team der Doguniversity Liebe Grüße

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