Katharina
21.11.2025 um 17:29Uhr

🤔

Hallo, ich habe zwei Fragen. Seit 2,5 Monaten habe ich einen Mischling aus dem Tierheim. Mali kommt von der Straße, war ein knappes Jahr im Tierheim (ich bin dort Gassigeherin) und ist 2,5 Jahre alt. Sie ist mein 2 Hund. Ich habe den Videokurs Basic gemacht und sitze nun an Bindung & Beziehung. Dazu habe ich zwei Fragen: 1. Ich habe angefangen, den Konflikten mit meinem Hund nicht mehr aus dem Weg zu gehen sondern lernen damit umzugehen. Nun habe ich das Gefühl, dass es nicht besser wird sondern eher, dass wir ständig mehr diskutieren 🙈 Ist das normal? 2. Wenn mein Hund sich auf den Rücken dreht und mir den Bauch entgegenstreckt, bin ich davon aus gegangen, dass er gestreichelt werden will. Oder hat es was mit einer passiven Unterwerfung zu tun und sie will das gar nicht 😳 Manchmal denke ich, man sollte gar nicht so viel sehe, hören oder lesen - man macht sich immer mehr Gedanken 😂 Katharina

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Silja
21.11.2025 um 17:53Uhr

Hallo Katharina, erstmal herzlichen Glückwunsch zu dem neuen Familienmitglied🤗 Das Problem, das du am Ende schilderst, kommt mir sehr bekannt vor - ich habe mich vor einiger Zeit auch etwas verstrickt in all den Trainings, Tipps, Stellvertretern, Ratschlägen...🤯😅 Zu 1. Mir hat es sehr geholfen, aufzuschreiben, welche Konflikte wirklich grundsätzlich sind und mich vorerst auf diese zu konzentrieren (z.B. Hundebegegnung mit dem Erzrivalen). Verhaltensweisen, mit denen ich leben kann, habe ich ausgeblendet (z.B. Socken klauen, wenn ich meine Wäsche nicht weggeräumt habe)🙈😅🤣 Zusätzlich habe ich notiert, welche Methode für uns am besten in welcher Diskussion funktioniert. 🤔 Wann reicht ein kurzer Störlaut, wann ist ein klares Nein zielführend, wann korriegiere ich körpersprachlich... So bin ich vom "Mehr Diskutieren" zum "Gezielt Diskutieren" gekommen.😉 Zu 2. Das ist sehr von der Situation abhängig. Wenn ihr z.B. gerade zusammen kuschelt, knuddelt und We-Time genießt, dann ist auch Bauchkuscheln gefragt🫠😍🥰 In einer Korrektursituation würde ich das anders einordnen...🤔 Ich hoffe, ich habe jetzt nicht noch mehr Fragen aufgeworfen und konnte dir ein Stück weit hilfreich sein😅 LG🤗

Katharina
22.11.2025 um 07:07Uhr

Hallo Silja, Danke dir für deine Nachricht. Ich habe es vielleicht ein bisschen falsch ausgedrückt. Eigentlich habe ich nur zwei Konfliktbereichen: pöbeln auf der Straße und bellen, wenn jemand an der Wohnungstür vorbeigeht. nun habe ich das Gefühl, dass das pöbeln von ich belle jeden zweiten Hund an auf ich belle fast jeden Hund an sich hochgeschaukelt hat. An der Wohnungstür hat es sich auch verschlimmert. Im Moment ist es eher ein Rennen darum, wer als erster an der Tür ist. (Nicht, wenn es läutet. Dann wartet sie ganz brav in einem großen Abstand, bis ich die Türe aufgemacht habe und sie kommen darf). Wenn jemand vorbeigeht, versuche ich mich vor die Tür zu stellen und sie zurück zu schieben. Das akzeptiert sie auch, ist sichtbar und hörbar böse auf mich, gibt aber dann bei. Jetzt weiß ich nicht, ob ich auf dem richtigen Weg bin und einfach nur zu wenig Geduld habe. Lieben Gruß und ein schönes Wochenende und noch mal vielen Dank. Katharina

Celia // Coco 🐾
22.11.2025 um 08:50Uhr

Liebe Katharina, erst einmal verstehe ich Dich, dass genau diese beiden Dinge nerven, frage mich aber, ob hier eine Diskussion der richtige Ansatz ist. In beiden Fällen könnte es auch sein, dass Mali Dich beschützen möchte. Daher könntest Du einmal ausprobieren, sie zu beschützen, indem Du Dich mit dem Rücken zu ihr stellst, wenn Ihr einen anderen Hund seht und sie von dem Hund abschirmst. So signalisiert Du ihr, dass Du sie beschützt. Wenn jemand an der Tür vorbeigeht, bedankst Du Dich ganz ruhig bei ihr für die Information und beruhigst sie (oder umgekehrt). Du kannst auch den Finger vor den Mund legen und vor allem Loben, loben, loben, wenn sie ruhig ist. Ich würde hier jedenfalls ein Signal aufbauen, dass belohnt, wenn sie ruhig ist und aus Entfernung funktioniert. Ein Rennen zur Tür verstärkt aus meiner Sicht das Problem eher. Wenn Du ihr aber signalisierst, dass es Dir schnurz piep egal ist, dass da jemand an Eurer Tür vorbeigeht, wird sie auch bald lernen, dass sie dies ignorieren kann. Je ruhiger Du bleibst, umso mehr hilft es Ihr auch ruhig zu bleiben. Damit meine ich kein ignorieren, sondern ein aktives Feedback, das Ruhe und Gelassenheit vermittelt. Unser Coco meldet uns immer alles, wenn wir neu in einem Hotel oder so übernachten. Ich rüge dann das Bellen mit einem psst und erkläre ihm mit ruhiger Stimme, dass hier nicht gebellt wird und das alles nicht von Interesse ist. Vor allem versuche ich aber ganz ruhig und entspannt auf Geräusche nicht zu reagieren. Klappt bis jetzt. Einfach mal ein Denkanstoß in die andere Richtung von jemandem der nicht wirklich dafür gemacht ist, Trainingsvideos zu schauen, sondern sich lieber mit dem Hund im Wald herumtreibt. ☺️ Liebe Grüße Celia

Katharina
22.11.2025 um 12:14Uhr

Liebe Celia, vielen Dank! Es ist nicht so, dass ich das andere nicht schon wochenlang probiert hätte, um das Bellen an der Tür in den Griff zu bekommen. Geduldig, liebevoll, psssst etc. Und auch nehme ich immer Hunde auf die andere Seite, so dass ich zwischen meinem Hund und dem anderen Hund stehe. ich bin seit 14 Jahren Gassigeherin im Tierheim und und dachte eigentlich, dass ich die unterschiedlichsten Hunde in den Griff bekomme. 🤷🏻‍♀️ In beiden Fällen hat Mali einfach Spaß daran und kein Interesse, mich zu beschützen. Das haben wir auch schon getestet. 🙈 Vermutlich bin ich einfach zu ungeduldig. Ich dachte, das könnte mir jemand aus Erfahrung sagen, wie lange so etwas dauert. In den Videos sieht es immer sehr Easy Peasy aus. Ich denke, es wird sich finden. vielen Dank jedenfalls, dass Du dir die Zeit genommen hast, mein Problem nachzuvollziehen. Ein schönes Wochenende und viele Grüße, Katharina

Celia // Coco 🐾
22.11.2025 um 17:30Uhr

Liebe Katharina, vielleicht liegt in Deiner Erfahrung ein bisschen das Problem, dass Du nun nämlich denkst, Du müsstest auch diesen Hund in den Griff bekommen und zwar in kürzester Zeit. Damit gehst Du schon angespannt in die Situation hinein. Gleiches an der Tür. Du bist schon angespannt, bevor überhaupt jemand das Haus betritt. Diese Anspannung überträgt sich und könnte das Problem sein, da Hunde dies nun einmal spüren. Da ist dann auch die Position irgendwann egal. Mali merkt Deine Anspannung, erst wenn Du Dich wieder entspannen kannst, wird auch Deine Erfahrung zum Tragen kommen. Zudem ist nun einmal jeder Hund ein Individuum und jeder hat sein eigenes Tempo. Ich habe zum Beispiel irgendwann gelernt, dass ich manche Dinge bei Coco besser trainieren kann, wenn ich sie mit Spielen verbinde. Er wollte anfangs nicht ins Platz. Leckerlis, Körpersprache alles egal, Spielzeug in der Hand und wumms lag er auf dem Boden 🤷🏻‍♀️Also einfach mal das jetzige Denkmuster durchbrechen, anders herangehen, ausprobieren, beobachten und Geduld mit Mali, vor allem aber mit Dir haben. Du kennst aber natürlich Deine Situation am Besten, ich gebe hier nur Denkanstöße, ohne Anspruch auf Umsetzung. Es ist nur eine Reflektion dessen, was mir geholfen hat. Liebe Grüße und ich bin überzeugt, Ihr schafft es.

Katharina
23.11.2025 um 08:33Uhr

vielen Dank! Da ist sicher was wahres dran. Sie ist morgen erst zehn Wochen hier und dafür eigentlich schon sehr cool! Danke für den Denkanstoß 🫶🏻

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