Hallo, wenn ich mit unserem fast 2-jährigen Old English Bulldoggen Mädel im Wartezimmer beim Tierarzt sitzen muss, gibt es derzeit immer Probleme mit anderen Hunden. Wenn wir rein kommen und es sind andere Hunde da, geht sie kurz ordentlich ab, beruhigt sich dann, legt sich auch ab. Kommen neue Hunde rein, schaut sie diese einige Sekunden an und geht dann wieder ab. So richtig böses Knurren und Bellen, geht voll in die Leine. Halte ich sie mit der Hand zurück oder steh auf der Leine schnappt sie kurz zu, lässt aber sofort wieder los, sobald sie merkt, wen sie da schnappt. Verletzungen gibt es dabei keine. Ich sage immer deutlich „Schluss!“. Wenn alle ihren Platz haben, beruhigt sie sich wieder und legt sich auch wieder ab. Peinlich. Da sie eine eher ängstliche und unsichere Maus ist, wird da wohl der Grund liegen. Ich weiß nur nicht, wie ich das handhaben soll. Hinter meine Beine unter den Stuhl passt sie nicht. Das Wartezimmer ist in der Tierklinik meist voll und eher klein. An einem Maulkorb sind wir dran, leider schwierig bei einer Plattschnauze. Beim Arzt selbst ist es super. Im Alltag ist das alles weniger ein Problem, nur manchmal wenn uns klein Hunde zu nah begegnen, die mag sie nicht. Wahrscheinlich ist es da dieses wuschelige, energiegeladene, denn bei fremden kleinen lauten Kindern passiert es auch manchmal.
Hallo Mario, einen Maulkorb zur Absicherung aufzutrainieren, halte ich auf jeden Fall für sinnvoll. Wenn sie nicht hinter deine Beine oder unter den Stuhl passt (das müsste bei einer Englisch Bulldog aber doch eigentlich gehen), könntest du sie direkt an deinem Bein platzieren, um ihr über den Körperkontakt Sicherheit zu verleihen. Du kannst sie auch, statt mit der Leine oder der Hand zurückzuhalten, ganz eng am Halsband nehmen, bis sie ruhig geworden ist. Ich bin mir nicht sicher, ob da wirklich Unsicherheit hinter dem Verhalten steckt, oder ob die Motivation auch eine andere sein könnte🤔 dass sie sich bei anderen (kleinen) Hunden und v.a. Kindern auch so zeigt, würde mir doch Sorgen machen und ich würde da einen Trainer, der sich mit der Rasse auskennt, zu Rate ziehen! LG
Hallo Mario Es liest sich ziemlich deutlich heraus das dein Mädel auf aufgeregte/aufgedrehte Energie reagiert. Tobende Kinder, hibbelige kleine Hunde und Tiere die zum Arzt müssen strahlen alle keine innere Ruhe aus. Egal aus welcher Motivation heraus sie dann aggro wird, du musst ihr beibringen das du das nicht möchtest und das du die Situationen für sie kontrollierst. Das Schnappen in die Leine und Richtung Hand ist ein Zeichen das sie dir die Aufgabe der Konfliktlösung nicht ganz zutraut bzw mit deiner Art der Konfliktlösung nicht einverstanden ist. Ich denke das ist euer Ansatz. Da sie in der Pubertät ist und ohnehin eine dickköpfige Bulldogge, ist das perfekte Timing für die Regulation immens wichtig. Du musst einschreiten bevor sie zu aufgeregt wird, erahnen wann es los geht. Dafür würde ich aber den Aufbau in kleineren Schritten empfehlen, der Tierarzt ist da eine besondere Nummer. Selbst wir sind ja aufgeregt wenn wir zum Arzt müssen und nicht wissen was uns erwartet. Impulskontrolle, Frustrationstolleranz und Bindung und Beziehung sollten kleinschrittig euer Trainingsprogramm sein, denke ich. LG Micha
Hallo Mario, da der Tierarztbesuch (hoffentlich) ein eher seltenes Ereignis ist, kannst du deinen Hund nur schlecht an diese Situationen gewöhnen. Das einfachste Management wäre (bis ihr einen passenden Maulkorb gefunden und das Beziehungstraining noch einmal intensiviert habt), deinen Hund evtl. im Auto zu lassen bis ihr dran seid oder draußen zu warten, bevor sich dieses Verhalten noch weiter verstärkt. An dem Schnappen nach dir oder nach anderen Hunden und Kindern solltest du unbedingt arbeiten, evtl. tatsächlich auch mit einem kompetenten Hundetrainer. Da stimme ich den beiden anderen Beiträgen mal wieder gerne zu. Ich denke aber auch, mit der richtigen Unterstützung kannst du das Verhalten deines Mädels sicherlich auch bald in die richtigen Bahnen lenken. Viele Grüße von Beate vom Team der Doguniversity
Vielen lieben Dank. Ich werde die angesprochenen Themen in Angriff nehmen und nach einem passenden Trainer suchen. Unsere Welpen- und Junghundkurse waren leider 0815. Wie man das im Alltag im Detail wirklich macht, haben wir uns nur angelesen dort aber nicht gelernt, weshalb wir uns auch hier ein Jahrsabo geholt haben.
Das ging uns ganz ähnlich: Ich wollte mir einen Hund anschaffen, kurz bevor die Corona-Zeit losging. Die habe ich abgewartet - als Bo dann hier ankam, waren schon sämtliche Welpenkurse voll...🙄 Dazu kamen dann einige Kinderkrankheiten, also konnten wir erst im Junghundekurs einsteigen. Dieser und die zwei folgenden Kurse waren auch eher 0815 Grundlagen der Erziehung... Dann bin ich irgendwann auf die DU gestoßen, habe mir hier sehr viel angeeignet und habe nun einen tollen, sozialkompetenten, freundlichen und verfressenen Hund 🤗
Das kann ich so nur unterschreiben. Die DU bringt die Dinge auf den Punkt und ist richtungsweisend in der modernen Hunderziehung oder besser Hund-Mensch Beziehungsbildung. Kurse sind super erklärt und verfilmt, folgt man der Philosophie und den Tipps, kann man eigentlich nur Erfolg haben. Hunderziehung und Beziehungspflege ist eine nicht endenden Fleißarbeit bei der Trainer ja immer nur einen kurzen Abschnitt begleiten. Das hilft am Ende nur bedingt weiter oder bei echten Problemfällen. Ich finde hier findet man immer wieder eine Inspiration, das hat in 28 Jahren Hundehaltung bei mir vorher noch keins der vielen gelesenen Bücher geschafft und auch kein Trainer. Bin auch durch Zufall hier gelandet während ich auf den Termin für meinen jungen Angsthund gewartet habe. Während der Wartezeit konnte ich hier unsere Probleme selbst erkennen und lösen, den Trainertermin habe ich kurz vorher absagen können 😅
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