Reinhard
8.9.2026 um 20:25Uhr

Frustrationstolleranz von Hundehaltern

Hatte heute zwei sehr anstrengende Begegnungen mit Hundebesitzern, deren Frustrationstoleranz definitiv ganz unten lag. Ich bin mit unserer Hovawart Hündin unterwegs, neun Monate alt, sie ist sehr wild und zugegebenermaßen nicht besonders zurückhaltend bei Begegnungen, aber nie aggressiv. Sie rennt also auf einen Hund zu, beide ohne Leine. Sie will spielen, Aktionen, toben, was auch immer. Sofort greift der Hundebesitzer ein und packt meine Hündin. Er ermahnt mich ich solle sofort meinen Hund an die Leine nehmen. Mein Hund würde seinen Hund bedrohen. Was natürlich totaler Unsinn ist, zugegeben, sie ist wild und intensiv, da steht nicht jeder Hund drauf. Aber meine Meinung ist, dass die Hunde das untereinander regeln. So läuft es jedenfalls normalerweise immer. Ich biete ihm das Gespräch an, weil ich ihn überzeugen will, dass es keine gute Idee ist, sofort einzugreifen. Er lehnt ab und geht weiter und ruft mir hinterher, mein Hund sei aggressiv und habe die Absicht gehabt, seinen Hund zu beißen. Er bleibt dabei. Ich bin schuld. Daraufhin weiß ich nicht, was ich tun soll, denn normalerweise gehen hier alle Hunde ohne Leine. Ich kann meinen Hund aber jetzt nicht mehr laufen lassen. Denn er wird sofort wieder zu diesem Hund. Ich warte und gehe auf der anderen Seite des Damms weiter. Dort sehe ich von weitem wieder einen Hund, frei ohne Leine, also lasse ich meinen Hund auch wieder laufen. Meine Hündin rennt los. Ich sehe von weitem wie sofort die Hundebesitzerin sofort völlig panisch reagiert, reißt ihren Hund in die Höhe, schreit, was meinen Hund natürlich dazu animiert, an ihr hoch zu springen, sie schreit noch lauter. Als ich ankomme heftige Diskussion, wie unverschämt es von mir sei, dass ich meinen Hund so frei laufen lasse und nicht sofort „an die Kette“ nehme, wo ich doch sehe, dass die Situation extrem sei. Ich begegne ihr später noch einmal und suche das Gespräch. Da stellt sich heraus, dass ihr Hund extrem sensibel sei und sie Angst gehabt habe, ihr Hund würde meinen Hund beißen. Ich versuche ihr klarzumachen, dass ich das nicht glaube, dass die Hunde das schon regeln. Ich sage zu ihr, wenn ihr hundssensibel ist, soll sie vielleicht lieber nicht in einer Gegend spazieren gehen, in der die Hunde normalerweise frei laufen. Meine Hündin ist sehr intensiv und auch sehr distanzlos, das stimmt. Aber sie ist nie aggressiv, sie versucht immer extrem auffordernd, andere Hunde zu animieren. Sie bellt sie an, geht noch unten in die Hocke, geht aber sofort wieder auf Distanz, wenn der andere Hund signalisiert, dass er das nicht will. Eine dritte Begegnung kurze Zeit später verläuft völlig entspannt, wir lassen beide die Leine los, die beiden Hunde begegnen sich, bellen sich an, und nachdem ich weitergehe, kommt meine Hündin hinter mir her. Alles entspannt. Die Hundebesitzerin hat nicht eingegriffen. Mein Hund ist gut sozialisiert, geht einmal die Woche in eine Hundepension mit Freilauf und hat dort nie Ärger mit anderen Hunden. Ich bin der Meinung, in einer Gegend, wo die Leute mit ihren Hunden spazieren gehen, weil man dort seinen Hund frei laufen lassen kann, sollte das für alle gelten. Aber diese beiden Personen haben mir eindeutig signalisiert, ich dürfe meinen Hund nicht frei laufen lassen, wenn er sich so verhalte. Was ist jetzt die richtige Verhaltensweise? Was mache ich?

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