Marc
11.8.2022 um 18:55Uhr

Rückruf

Zwei Fragen zum Rückrufkurs. Erste: Daniel empfiehlt für einige Zeit auf Handfütterung umzustellen. Dann sagt er im Kurs es kann sein, dass der Hund dann abends vorm Napf sitzt und auf Futter wartet, dass man ihm dann aber das Futter Mal ein zwei Tage weglassen kann und nur mit dem Pfiff verbinden soll. Soll das normale Füttern im Napf jetzt über mehrere Wochen wegfallen oder nur für wenige Tage? Die Aussagen von Daniel sind für mich irgendwie widersprüchlich. Zweite Frage: Es wird eine Hundepfeife empfohlen. Was ich aus mehreren Gründen nicht so prickelnd finde. Schnell ist die Pfeife vergessen oder verlegt... Zumindest bei mir leider. Dann habe ich zwei Hunde und nicht stets eine Hand für die Pfeife frei. Und ich finde es auch nicht sehr hygienisch die Pfeife immer wieder in den Mund zu stecken. Klar kann man die desinfizieren oder zumindest reinigen. Zudem finde ich auch, dass man mit der Stimme durchaus unterschiedliche Haltungen auch sinnvoll transportieren kann. Sind andere Rückrufsignale tatsächlich weniger effektiv?

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Pascal
11.8.2022 um 19:42Uhr

Hey, über die Hygiene einer eigenen Hundepfeife habe ich noch nicht nachgedacht, aber ich verstehe deinen grundsätzlichen Einwand zu dem Kurs. 😉 Ich kann nur sagen, dass ich den Kurs auch nicht besonders gut finde. Was man daraus aber mE gut mitnehmen kann ist, dass man die Motivation des Hundes zum Zurückkommen hochhalten muss. Wie du das machst, bleibt ja dir überlassen. Die Pfeife ist ein Hilfsmittel, du kannst auch ein anderes Signal, zum Beispiel ein Wort, aufbauen. Die Pfeife ist einfach leichter für den Hund. Ich habe auch keine Handfütterung gemacht, weil Maly Futter ziemlich egal ist. Ich habe stattdessen frisches Hähnchen dabei. Ist zwar auch nicht so gut wie ihr Lieblingsspielzeug, aber deutlich besser als ihr normales Futter. Ich bin mit dieser Strategie und unserem Trainingserfolg beim Rückruf eigentlich sehr zufrieden. War jetzt keine wirkliche Antwort auf deine Fragen, aber ich dachte mir, bevor sie ganz unbeantwortet bleibt...🤣😇

Anja
11.8.2022 um 20:25Uhr

Hallo Marc , ich habe bei Ylvi 2 Signale für den Rückruf etabliert: " zu mir" und die Pfeife. Vorteil der Pfeife ist, da schwingen keine Emotionen mit und sie wird auch über große Distanzen gehört. Falls ich sie mal nicht dabei habe nutzte ich das " zu mir". Also man kann durchaus mehrere Kommandos aufbauen. Viele Grüße Anja

👣 Tess &
11.8.2022 um 21:19Uhr

Wenn ich daran denke, wie viele Unterschiedliche Rückrufe ich für meinen habe. Pfeife, Ran, bei Fuß, Zurück, an Oberschenkel klatschen (oder in Hände) oder schlicht schnipsen. 🙈

Nadine
11.8.2022 um 22:34Uhr

beim Rückruf solltest du keine unterschiedlichen Haltungen transportieren. Dein Hund soll gerne zu dir kommen und dafür egal, was er gerade macht abbrechen. Einfach mal 2 Beispiele: - nimmt der zum x-ten Mal eine Fährte auf und will jagen gehen, ist es nicht hilfreich, wenn du mit deiner Stimme deinen Unmut transportierst. Dein Hund merkt dann, oh, der ist gerade sauer, lieber nicht hingehen und kommt entsprechend auch nicht - du rufst ihn aus einer gefährlichen Situation (Hund jagt ein Auto) ab und in deiner Stimme schwingt Hysterie mit , dann verwirrt das deinen Hund. Einladend ist das nicht, böse auch nicht unbedingt, schlimmstenfalls fühlt er sich angestachelt bestätigt oder will die Situation erst Recht lösen, um dich zu verteidigen Selbst wenn dein Hund nicht direkt kommt oder mal abgehauen war, solltest du immer Party machen, sobald er doch kommt. Du willst eben, dass der Rückruf möglichst neutral und gleichzeitig einladend und eben keine Haltung transportieren, außer Freude, Beigeisterung, …

👣 Tess &
12.8.2022 um 06:23Uhr

Zum ersten: Ich würde nie meinem Hund das Futter vorenthalten. Diese Spielereien mit dem Futter finde ich grenzwertig. Stellt euch mal vor, man würde euch ständig ein Grundbedürfnis verwehren, nur weil ihr irgendwas nicht getan hat. zum zweiten: Was soll an einer Pfeife unhygienisch sein? Du sollst dort kurz Luft reinpusten und nicht dran lutschen. Das sich restfeuchtigkeit sammeln kann, hast du bei allen Dingen in deinem Haushalt. Entscheidend ist die korrekte Lagerung. Ich nutze seit Jahren ein und dieselbe Pfeife, die wurde noch nicht einmal gereinigt. Wozu auch? Die Pfeife geht ja nicht reihum und jeder darf mal pusten. Ich allein nutze sie und da reicht es, wenn sie an der Garderobe hängt, wo mögliche Restfeuchtigkeit problemlos austrocknet und man sie so auch nicht vergessen kann, wenn sie direkt bei der Leine hängt. Stopfst du eine Pfeife stattdessen ständig in irgendwelche Taschen, Fächer oder Beutel, ja dann kann sich was bilden, aber auch das ist eher unwahrscheinlich, da die meisten guten Pfeifen aus einem Material bestehen, die das verhindern. zum dritten: Von „neutral wie möglich“ beim Rückruf halte ich nicht viel, ja wie auch, wenn es sich selbst widerspricht? Du sollst so gefühlsneutral wie möglich sein, aber gleichzeitig dem Hund zeigen, dass du ihn gern bei dir hast und er deshalb zu dir kommen soll? Das erreiche ich nicht, wenn ich dem Hund vermittle „freu ich mich nun auf dich oder nicht?“ wir bleiben „neutral“. Zeig deinem Hund, dass du ihn gern bei dir hast, rufe ihn freundlich, feuere ihn an, wenn er zu dir kommt. Ich sage im Training immer „Du bist der Cheerleader des Hundes“. Also zeige ihm, wie geil du es findest, dass er bei dir ist. Selbst wenn ein Hund Angst hat etc. selbst da kann man doch gar nicht neutral bleiben, denn dort vermittelst du ihm in einem ruhigen entspannten Ruf ja „bleib cool, ich habe alles im Griff“. Ich hab dieses neutral lange mit meinen Hunden über all die Jahre geübt ( und mit Erlaubnis der Halter sogar Trainingshunde dafür genutzt), bei keinem funktionierte dieses „neutral“ bleiben, eben weil der Hund (meiner Meinung nach) gar nicht einschätzen kann, was habe ich zu erwarten? Wir sind im Training dann so dem oben genannten übergegangen und haben dem Hund anhand der Stimmenlage gezeigt, dass wir ihn gern bei uns haben wollen, einfach weil wir ihn gern haben und nicht, weil er JETZT zu uns MUSS und absolut zu gehorchen hat. Übrigens noch mal zur Pfeife. Ist die Pfeife erst einmal trainiert, ist es dem Hund meistens egal, ob du da lauter oder leiser reinpustest, der Ton bleibt gleich, er fällt nur leiser aus. Du siehst also, es gibt mehr als nur A oder B. 🤷🏼‍♀️

Nadine
12.8.2022 um 07:13Uhr

Du hast ja völlig recht, aber die meisten rufen dann nachdem Training ab, wenn der Hund kommen muss, weil es eine brenzlige Situation ist. 2 Probleme: 1. die meisten sind dann nicht freudig, sondern hysterisch, wütend, ängstlich, genervt, … 2. der Hund kommt dann häufig an die Leine. Beim Rückruf bauen wir ja genau das auf, was wir an vielen anderen Stellen nicht wollen: Erwartungshaltung. Erwartungshaltung auf „jetzt passiert was für mich besonders tolles“. Das kann ich natürlich stimmlich transportieren. Ich kann es aber eben auch einfach über eine Pfeife machen, die zumindest aufgrund der Frequenz nicht unangenehm ist und die negativen Aspekte nicht mit transportiert. Wie die Erwartungshaltung aufgebaut wird, ist jedem selbst überlassen. Von der Nutzung des Hauptfutters halte ich in dem Zusammenhang auch nichts. Ich würde es allerdings auch nicht vorenthalten nennen, gibt es keine festen Fütterungszeiten, ist es ja eigentlich auch egal, wann es das Futter gibt. Ich möchte allerdings, dass mein Hund in Ruhe fressen kann und danach ruht. Verteile ich das Futter draußen beim Rückruf üben, habe ich das nicht. Würdest du es ihm verwehren, würde das ja bedeuten, dass der Hund nie zu dir gekommen ist, was bedeuten würde, dass der Hund abgehauen und weg ist. Mein Hund würde sich draußen auch einfach direkt was anderes zu fressen suchen, daher würde ich unter anderem so auch nicht trainieren.

Pascal
12.8.2022 um 07:24Uhr

(a) Nadine: Ich hatte außerdem ein ganz praktisches Problem: Ich hätte Maly gar nicht so oft rufen können, wie es nötig gewesen wäre, damit sie auf ihre Ration kommt. 😅

👣 Tess &
12.8.2022 um 08:13Uhr

Zum Thema anleinen. Auch das spreche ich im Training an und frage immer: „Ja wann benutzt du denn den Rückruf?“ Antwort: „Wenn ich ihn anleinen will.“ Aha, warum also sollte der Hund zu dir kommen, wenn du ihn anleinst und direkt nach Hause schleifst? Das Anleinen ist nicht das Problem, sondern wie Leute es verknüpfen. Daher sage ich immer, wenn du nach einem Rückruf anleinst, bleibe noch und spaziere ein wenig herum. Zum Thema negative Aspekte sagte ich ja schon genug. Dazu kommt noch. Der Hund sollte lernen, bei einem Befehl sofort stehen zu bleiben. Beispiel: Mein Hund spielt schön, plötzlich passiert irgendwas. Hase taucht auf, anderer Hund auf Entfernung etc. Da bekommt meiner zuerst den Befehl „bleib/steh“. Dann folgt der ruhige Rückruf und ist er auf dem Weg zu mir, wird gefeiert, um ihn weiter von der anderen „Verlockung“ abzuhalten. Zum Futter. Hunde haben schon „indirekte“ Fütterrungszeiten. Einfach, weil sie einen gewöhnten Ablauf haben. Meistens Gassie - danach fressen. Ist für Hunde eine Art der festen Zeit. Für mich ist es schon eine Art vorenthalten, wenn mein Hund für etwas, was ihm prinzipiell zusteht und selbstverständlich sein sollte, auch noch irgendwas machen soll. Man sagt ja auch nicht zu seinen Kindern: „Du hast Junger und willst das? Tja, dann erst mal fünf Kniebeugen und fünf Liegestützen. Ein Hund muss nicht permanent im Trainingsmodus sein. Da stimme ich dir also zu. Und vor allem ist das alles ohnehin ein Widerspruch. „Verteile draußen kein Futter, sonst gewöhnt er sich dran und wird Giftköder fressen.“ und der nächste Trainer „Joar wird sein fressen überall hin und ….“ Nope. Der Hund hat überhaupt nichts ohne meine Erlaubnis zu nehmen. selbst Leckerli, die meinem runterfallen, darf er nicht einfach nehmen. Er muss warten, bis ich es aufhebe und ihm geben. Findet er unten was zum spielen, hat er meine Erlaubnis abzuwarten. Dieses Training dauert, aber es lohnt sich.

👣 Tess &
12.8.2022 um 08:16Uhr

Dazu kommt noch, ich würde nicht wollen, dass mein Hund mit vollgestopften Magen irgendwas machen soll. Wenn der Wanzt voll ist, hätte ich auch keine Lust mehr, den anderen Hund nachzujagen. Da will ich nur noch „Gürtel auf“ und „komm zieh ab und lass mich“ *rülps 🤣

Pascal
12.8.2022 um 08:36Uhr

Ja, da hast du recht, sie rülpst eh schon genug. 🤣

Silke
13.8.2022 um 01:36Uhr

Jeder macht es einfach wie er es für richtig hält und wenn es dem Hund nicht schadet, warum nicht. Zu den Kursen kann ich grundsätzlich nichts sagen, kenne nur die kostenlosen Videos auf YouTube, da finde ich einiges schon richtig gut, da es in meine Richtung geht, anderes gäbe es bei mir nicht. Zur Pfeife, bei Jägern ist es etwas anderes, aber ansonsten, kann man machen, muss man nicht. Viele nutzen diese eben, wegen emotionslos und auf weite Distanz. Wegen der Hygiene, sehe ich kein Problem, gerade wenn man sie nur selbst nutzt, man kann auch desinfizieren, aber auch eine persönliche Einstellung. Ich nutze keine Pfeife, werde ich bei meinen eigenen Hunden auch nie. Nur auf Wusch für andere. Erstmal, wenn ich bei einem neuen Hund den Rückruf trainiere, ist er sowieso an der Schleppleine. Ein noch nicht sicher rückrufbarer Hund ist bei mir auf ungesichertem Gelände angeleint. Da ich sonst schließlich nicht eingreifen kann und mir den Rückruf versaue. Auch würde ich andere Leute und Hunde belästigen, wenn ein nicht rückrufbarer Hund auf einen zukommt, will ich umgekehrt genauso wenig. Da werde ich ziemlich ungemütlich. Mit Futter arbeite ich wenig und nur in gewissen Situationen, der größte Teil der Hauptmahlzeit gibt es also aus dem Napf. Erstmal weil ich es besser finde, vor allem auch, weil ich große Mengen in Ruhe verdaut wissen will, Hunde lernen, Arbeit, Fressen, Schlafen. Ist natürlich Geschmackssache, aber ich füttere erwachsene Hunde einmal täglich, sie kriegen aber den kompletten Tag immer irgendetwas, damit der Magen etwas zu tun hat. Meist wenn ich mir etwas mache, oder auchmal ein Leckerchen, zum Kauen gibt es sowieso immer irgendetwas. Nur Welpen und Junghunde kriegen zwei bis drei Mahlzeiten. Dazwischen eben auch noch irgendetwas. Eigentlich, meine persönliche Meinung, brauche ich die Pfeife nicht, meine Stimme ist laut genug😂, ich kann auch laut genug pfeifen.😊 Ich will auch überhaupt nicht, dass diese riesen Distanz aufkommt, dass der Hund mehrere hundert Meter weg ist. Deshalb erübrigt sich sowas auch. Wenn wirklich etwas dramatisches los ist, da muss der Mensch an sich selbst arbeiten, auch wenn es schwerfällt, werde ich nicht hysterisch, oder panisch, daher ist für mich das Beste, das Kommando Stop. Dies bedeutet, dass egal wo der Hund ist, genau da stehen, sitzen, oder liegenbleibt, wo er gerade ist und dies in jeder Situation. Außerdem will ich später nicht andauernd den Hund rufen müssen, soll sich einfach von selbst in meiner Nähe aufhalten und wenn mal außer Sicht, von selbst gucken kommen, ob ich da bin und was ich mache und dies nicht erst nach Minuten, sondern kurz und regelmäßig, auch auf Entfernung einen Blick in meine Richtung werfen. Da kann ich dann ein Zeichen geben, ansonsten auchmal ein Pfiff. Das Hier, oder sonstiges kennen sie natürlich, aber eher bei irgendwelchen Ausbildungen, für den Alltag selten. Da reicht auch ein leises, na komm jetzt, oder bei extremem Spiel und toben auf neuem Gelände, oder mehreren bekannten Hunden, Mädels Jungs wir gehen jetzt, oder , Leute Abflug, da geht es sowieso nicht um die Worte sondern den Ton in der Stimme und die Körpersprache. Drehe mich dann meist schon um und gehe. Da sie aber sowieso, egal was sie auch immer tun, kurz gucken, gehe ich einfach auch mal. Lobe sie für jedes gezeigt erwünschte Verhalten. Sogar, wenn sie sich irgendwo ruhig hinlegen, kommt ein im Vorbeigehen verbales Lob, egal wie alt der Hund ist, sein Leben lang. Finde es wichtig immer wieder, selbst eine Nanosekunde in Verbindung zu sein. Dafür macht der Hund maximal ein halbes Auge auf, will ihn schließlich nicht stören, aber er hat es wahrgenommen. Futter werfe ich niemals irgendwohin, sollen nie und nirgends einfach etwas ungefragt aufnehmen, auch nicht von anderen Leuten, ausschließlich bei der Fährtenarbeit liegt Futter auf dem Boden und diesen Unterschied kennen die Hunde, da sie schließlich wissen, jetzt ist Arbeit und zuzüglich kriegen sie dann ein Geschirr, oder ein anderes Halsband an, dies wird nur dafür genutzt. Finde einfach, die maximale Freiheit, die ich meinen Hunden ermöglichen will, kriege ich nur, wenn ich sie anfangs einschränke. Kein Hund kommt um wenn er, bis unter anderem der Rückruf sitzt, außerhalb, eine Leine trägt, ebenso wenig soll er wie bescheuert ziehen und zu jedem Tier, Mensch, anderem Hund hinwollen und Leinenkontakt gibt es grundsätzlich nicht. Der Hund muss lernen die Ruhe zu bewahren, deshalb ist mir daheim die Ruhe einhalten extrem wichtig und auch nicht jeder Sache nachgehen, nach der dem Hund gerade ist. Ebenso hat er anfangs überhaupt nichts zu freien Verfügung und vieles mehr. Viele finden es zu streng, ist es nicht, dem Hund geschied nichts, außer das er Regeln kennenlernt, untereinander haben meine Hunde ebenso Regeln, wer diese nicht einhält, dem wird mitgeteilt, wie es läuft. Da sind die Hunde definitiv nicht zimperlich. Man kann nach spätestens einem halben Jahr einer sicher rückrufbarer Hund haben. Ist es ein junger Hund und er ist in der Pubertät, ist es die einzige Phase, wo ich bei einigen nochmal erinnern muss und nochmal das Training anziehe, dauert schließlich nicht lange. Ist einfach, man muss nur länger durchhalten als der Hund. Geht alles ohne Ruckerrei, unangemessene Härte, oder Rumgeschreie. Nur viele Leute haben keine Lust, gerade anfangs, konsequent zu sein. Natürlich kann ich mir auch besseres vorstellen, tausendmal stehen zu bleiben, abzuwarten bis er wieder Kontakt aufnimmt, ihn andauernd zu korrigieren, wenn es schüttet in einer halben Stunde nur 300 Meter vorwärts zu kommen, falls überhaupt, zu blockieren, wenn er zum dreißigsten Mal an mir vorbeirast, oder in der Leine hängt um irgendwohin zu kommen, keinerlei Impulskontrolle und Frustrationstoleranz hat und was sonst noch alles ist. Natürlich geht es mir auchmal auf den Sender und ich könnte ausrasten, aber versuche trotzdem souverän zu bleiben, nur dann wird sich der Hund auch irgendwann von selbst anschließen, die Bindung stärkt es auch, wie jede Sache die man gemeinsam mit dem Hund macht, gerade wenn man nicht ungerecht ist, oder Sachen erwartet die der Hund noch nicht verstanden hat, oder kann, sowas ist dann meine Schuld, habe es noch nicht verständlich genug erklärt. Wichtig ist auch, dass man sich ehrlich und ernsthaft mit ihm und seiner Persönlichkeit beschäftigt, ihn auch Hund sein lässt, absolute Perfektion im Alltag ist unnötig, die wichtigsten Regel müssen klar sein und dann kann man irgendwann auchmal sagen, ist gerade egal und muss er jetzt nicht machen, sie liegen da wo sie gerade liegen und machen was sie gerade machen, wenn alles in einem vorgegebenen Rahmen bleibt, er weiß wie es läuft, weshalb muss er dann auf seiner Decke kleben, oder weshalb muss ich dann daheim immer irgendwelche gerade in völlig unnötigen Situationen irgendwelche Befehle geben. Wenn sie schlafen und liegt nichts an, weshalb sollte ich sie wecken und mir extrem wichtig, wollen sie nicht gestreichelt werden, würde ich sowas nie verlangen. Sowas ist eine absolut freiwillige Sache und hat man nicht einzufordern und schon erst recht nicht, den Hund einfach zu nehmen und an den Körper zu drücken, oder zu umarmen. Empfinde ich als übergriffig, was es auch ist. Der Hund ist kein Spielzeug, Sportgerät, oder Kuscheltier, dass man sich gegen seinen Willen einfach mal nimmt. Leider sehen die meisten Menschen überhaupt nicht, wenn der Hund dies gerade nicht möchte, oder interessiert sie nicht. Ist für mich das Allerletzte. Unter anderem auch ein Grund weshalb die Hunde bei mir bleiben, ich halte mich bei solchen Sachen an die in dem Moment gewünschte Individualldistanz. Ist das Gleiche wie, wenn ich gerade nicht in den Arm genommen werden will, will ich eben nicht und auch nicht es über mich ergehen zu lassen, alles absolut völlig unnötige Sachen. Das zweite Wichtige ist, artgerecht mit ihnen zu spielen, als richtiger Partner und auchmal ohne Hilfsmittel, da kann es auchmal ruppiger zugehen und dann hat man eben auchmal einen blauen Fleck, oder Schrammen. Sowas geht natürlich nur mit einem sicheren Hund, der auch sofort den Abbruch akzeptiert, oder man ihm mitteilt, meine Haut ist empfindlicher, als die von Hunden und sich sofort zurücknimmt, auch sowas sind Sachen, dass der Rückruf schneller sitzt und ich sie später normalerweise überhaupt nicht rufen brauche.

Marc
13.8.2022 um 09:03Uhr

hmm, dann muss man mit anderen Reizen konkurrieren. d.h. doch der Hund kommt nur zurück, wenn er eine größere Motivation hat, zu dir zu kommen, als einem Reh nachzulaufen. In der Außenwelt gibt es aber Reize, die aus ganz unterschiedlichen Gründen alles toppen, was man als Belohnung anbieten kann. zumindest für einige Hunde. Während ich meinen einen Hund sehr gut mit Spielzeug, sozialem Spiel oder Leckerli bei mir halten kann, ist meine Hündin mit keinem dieser Belohnungen dazu zu bringen, ihren nach außen gerichteten Interessen Einhalt zu gebieten. Während Balu leicht zu begeistern ist auch mit Kuscheln und Raufen, ist Lotte damit wesentlich zurückhaltender. Aber auch Balu ist nicht mehr zu halten, wenn Lotte erstmal abgeht, weil er dann meist sie als Spielobjekt ansieht und dagegen kann ich wiederum nicht konkurrieren. Außer mit guten Leckerlis bei ihm. Das fixiert ihn schon sehr auf mich. Wenn ich es habe... Lotte hingegen ist wie gesagt auch mit Leckerlis nicht von etwas abzuhalten. Auf jeden Fall will ich jetzt Mal auf Handfütterung umstellen und schauen, ob es sich bessert. Übrigens habe ich die Erfahrung gemacht, dass die Hunde bei geringer Ablenkung besser zurück kommen, wenn ich streng und bestimmt spreche. Dann wissen sie, wenn sie jetzt nicht hören, gibt es Ärger. Ein Hund muss doch im Endeffekt zurück kommen, weil er sich an die Rudelregeln halten muss und den Besitzer als Führungsperson anerkennt. Würde man nicht ansonsten versuchen mit Bestechung gegen andere Reize zu konkurrieren? Dass man das am Anfang so aufbaut, wenn es noch nicht um Ablenkung geht, macht Sinn. Aber am Ende muss die Beziehungsebene stimmen und Daniel zeigt ja auch, dass er den Hund deutlich und streng korrigiert, wenn er sich nicht wie er soll verhält.

Nadine
13.8.2022 um 09:55Uhr

Rückruf ist eben so eine Sache. Der prallt immer auf andere Interessen/Reizen. Und letztlich muss/sollte der Hund dann auch kommen. Kommt er nicht zuverlässig, kannst du nicht anleinen und erstmal Schleppleine. Heißt aber auch, dein Hund kann außerhalb eines gesicherten Geländes definitiv nicht mit anderen Hunden spielen. Lenken deine Hunde sich gegenseitig zu sehr ab, solltest du mit beiden sowieso erstmal getrennt trainieren. Da du 2 Hunde hast, ist es hier auch wichtig, dass du der Hauptbindungspartner für beide Hunde bist. Es klingt fast so, als wärst du Balus Bindungspartner, aber nicht Lottes. Also Lotte ist someone bisschen einzeln. Das ist schon mal eine schlechte Grundvoraussetzung für einen sicheren Rückruf bei ihr. Dann hast du den Jagdtrieb angesprochen. Auch ein ganz schwieriges Thema. Es gibt wissenschaftliche Studien bei denen Nerven-/Hirnströme gemessen wurden von Jagden Hunden und Wölfen. Das Ergebnis war, dass ist der Jadgtrieb erstmal aktiviert, also der Hund dem Reh hinterher, ist alles darauf gerichtet und viele Hirnaktivitäten sind deaktiviert. Somit ist ein solcher Hund unter Umständen gar nicht mehr ansprechbar in einer solchen Situation, weil er dich tatsächlich einfach nicht hört und schon gar nicht den Befehl verarbeiten kann. Mit Training kannst du dann nur daran arbeiten, dass das nicht so schnell ausgelöst ist und ein Ersatzverhalten versuchen zu etablieren. Eine gewisse Strenge im Kommando muss nicht negativ sein. Du kannst kurz, knapp und deutlich vermitteln, dass dein Hund zukommen hat. Das ist was anderes, als Hysterie/Panik und auch was anderes als Wut/Ärger. Du bist dann ziemlich eindeutig und einfach direkt, das ist die Pfeife aber auch. Vermittelst du aber schon verbal, wenn du jetzt nicht kommst, dann knallt es oder du bist dem Reh hinterher, jetzt gibt‘s was auf die Ohren, wird dein Hund sicher nicht kommen. Genauso wird dein Hund künftig nicht mehr kommen, wenn du entsprechend gewalttätig handeln würdest im Anschluss, warum sollte er auch? Dein Hund soll kommen, weil er gerne bei dir ist und gerne kommt, nicht weil er Angst vor den Konsequenzen hat. Eine Korrektur beim Rückruf ist auch schwierig. Wie machst du das denn ohne Leine, wenn dein Hund 50m weg ist? Sobald dein Hund bei dir ist, macht eine Korrektur keinen Sinn mehr, denn dann ist er ja gekommen. Raumverwaltung auch schwierig. Rückruf als Rudelregel? Naja, das ist ja keine Regel. Es ist ein Kommando. Du gibst einen Befehl und dein Hund soll ihn ausführen. Regeln sind ja eher Dos und Don’ts: nicht anspringen, Tabuzone, Grenzen einhalten, nicht weiter entfernen als. Dann hast du eben die Bindungsarbeit. Dein Hund soll dir folgen. Orientiert sich dein Hund nicht an dir an kurzer Leine, hat er keinen Grund es auf größere Distanz zu tun, wo du noch schlechter korrigieren kannst. Orientiert er sich nicht an dir, klappt auch nicht der Rückruf. Heißt aber schon, dass du auch immer irgendwie interessant und für deine Hunde wichtig sein musst

Silke
13.8.2022 um 10:06Uhr

Vieles ist auch situationsabhängig, wie ich schrieb, ich lobe jedes per Zufall, oder bewusst gezeigtes Verhalten, aber unterschiedlich stark. Wenn ein Hund anfangs nicht nach dem Kommando sofort kommt und irgendwann mal aufläuft, kriegt er kein Lob bei dem ich ausraste, finde ein Hund merkt die Unterschiede. Dann kommt nur ein kleines verbales Lob, kommt er nicht und ich muss in an der Schleppleine zu mir holen, oder ihn abholen, sage und mache ich nichts, nur wenn er nach dem Kommando sofort, zügig und freudig zu mir kommt, kommt das ultimative Lob.

Silke
13.8.2022 um 10:49Uhr

Da hat Nadine Recht, ich trainere auch jeden Hund einzeln und gehe dementsprechend auchmal getrennt spazieren. Da ich nicht will, wenn einiges noch nicht sitzt, dass einer vielleicht meint er zieht seine eigene Sache durch, oder orientiert sich nur an den anderen Hunden. Da es wirklich aussieht als hättest Du nur eine Verbindung zu einem Hund. Mehrere Hunde zu halten ist gerade anfangs ein extremer Mehraufwand. Deshalb bringe ich jedem der Hunde bei,, grundsätzlich separat ansprechbar zu sein. Will ich das alle kommen, kommt nur ein Zeichen, oder ein Kommando und will ich das nur einer von den 5 kommt, dann gucke ich nur diesen genau an, oder der Name und dann das Kommando und ausschließlich dieser Hund muss es dann ausführen. Finde es auch wichtig, bei jedem Spziergang, etwas mit ihnen zu machen, selbst wenn es mal flott gehen muss, wenigstens mal kurz etwas suchen lassen, einige Kommandos ausführen, egal was und da finde ich wichtig , dass es genau das ist was dieser spezielle Hund gern macht. Sind schließlich nicht alle gleich und es soll doch interessant bleiben. Da muss ich sagen, kommt der Hund nicht, muss er an der Schleppleine bleiben, jedes nicht sofort kommen, macht Rückruf immer schwieriger, Kommando nutzt sich ab und er belohnt sich selbst, wenn er besseres wie Jagen zu tun hat. Empfehle da immer Ersatz anzubieten. Ich lasse dann kontrolliert Jagen und am Anfang biete ich ein Jagdspiel mit mir an. Einen Trieb kann und sollte man nicht abtrainieren, nur in Bahnen lenken. Ist doch viel interessanter für einen Hund , wenn er seiner Passion nachgehen kann, die ich kontrollieren kann und er diese mit mir auslebt. Alternativ könntest Du auch mit der Reizangel trainieren.

Heike
13.8.2022 um 20:21Uhr

Top geschrieben. Sehr hilfreich. Vielen Dank dafür. Ich habe mir vor 2 Wochen 2 Fellnasen vom Tierschutz geholt. Auch wenn unsere Runden teils noch anstrengend sind, zwecks Zug an der Leine und andere Hunde für Aufregung sorgen, bin ich schon super stolz auf die 2. Zuhause herrscht Harmonie. Ich hoffe wir kriegen dss auch Draussen noch hin 🤗👍

Silke
14.8.2022 um 11:49Uhr

Wenn man dranbleibt und Zeit gibt, da ist jeder Hund anders, dann wird das schon.

Pia
23.8.2022 um 16:10Uhr

Danke für den tollen Beitrag, Silke :)

Silke
23.8.2022 um 21:56Uhr

Gern, tut mir nur wegen der Länge leid. Lesen dann nur noch wenige, versuche mich immer kurz zu fassen, aber oftmals will ich deutlich erklären.

Meyra
31.8.2022 um 18:42Uhr

Wir haben denn Rückruf geübt in dem ich ein festes Rückruf Wort hatte nämlich ,,name“ hier her und mit dem Wort bleibt es auch wenn der Hund dann nicht hört leine fest in seine Richtung werfen damit er sich leicht erschreckt dabei auf garkein Fall denn Hund treffen damit der Hund weiß das man in seine Richtung zielen kann und dann belohnen mit Leckereien oder Spielzeug der ein oder andere findet die Idee nicht gut aber bei uns klappt der Rückruf jetzt perfekt und mein Hund freut sich jedes Mal zu mir zu kommen wegen der Belohnung . man könnte aber auch wenn der Hund nicht hört sich umdrehen und weggehen da der Hund auf einen achten soll

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