Hallo. Ich habe zwar die Beiträge dazu gelesen, aber bin noch immer etwas am verzweifeln. Mein 11 Monate alter Rüde bellt meine Nachbarn an. Ich habe prinzipiell nichts dagegen wenn er bei fremden Menschen am Zaun anschlägt. Aber er ist jetzt seit über 6 Monaten bei mir und bellt immer die gleichen 4 Personen/Nachbarn an. Wenn er an der Schleppleine ist macht er es gar nicht aber sobald er frei ist bellt er jedes Mal. Es macht keinen Unterschied ob ich mit ihm draußen bin oder nicht. Ich kann das Verhalten zwar stoppen indem ich ihn weg schicke aber es würde die Situation super entspannen wenn er unsere Nachbarn in Ruhe lassen würde. Wenn er auf einem Platz abgelegt ist macht er es nicht aber ich würde natürlich auch einfach mal gerne mit dem Hund im Garten sein können ohne ihm im Kommando zu halten. 2 der Nachbarn waren auch schon bei uns bzw wir bei ihnen, aber an der Situation am Zaun hat es leider nichts geändert. Es gibt bei mir im Umkreis leider keinen kompetenten Trainer der mir helfen könnte. Wäre über Trainigns Ansätze sehr dankbar.
Hallo Judith, dir vom Rechner aus detaillierte Ratschläge zu geben ist nicht ganz einfach, da wir von hier aus die Gründe für das Anbellen der Nachbarn nicht herausfinden können und gerade das wäre sehr wichtig, auch für dich wäre das Wichtigste den AUSLÖSER für das Bellen zu finden. Ist es der Blickkontakt der Nachbarn? Bellt dein Hund erst, wenn sich die Nachbarn dem Zaun nähern. Ist es vielleicht sogar Freude? Oder macht es deinem Hund einfach Spaß, die Nachbarn zu erschrecken? Du siehst, die Frage ist, wann genau beginnt dein Hund zu bellen? Dann kommst du auch der Frage nach dem WARUM näher. Generell sollte sich dein Hund in diesem Alter nicht alleine im Garten aufhalten dürfen. Denn er ist gerade in der Pubertät und jetzt heißt es, konsequent mit dem Training und der Erziehung am Ball zu bleiben. Auch sollte er keine fremden Menschen am Zaun anbellen dürfen, das kann schnell in ein selbstbelohnendes Verhalten kippen. Du solltest diejenige sein, die auf das Grundstück aufpasst bzw. es verwaltet. Wenn sich dein Hund an der Schleppleine ruhig verhält, wäre das ja schon einmal eine gute Möglichkeit das Bellen zu vermeiden (ist erstmal nur Management). Ist er denn mit der Schleppleine im Freilauf oder hast du die Leine in der Hand? Probiere doch bitte einmal, deinen Hund sofort, wenn er anfängt zu bellen ins Haus zu bringen, anstatt ihn wegzuschicken. Wenn er sich ruhig verhält, darf er wieder mit rauskommen. Fängt er mit dem Bellen wieder an, geht es wieder rein. Es kann sein, dass du diese Übung oft wiederholen musst. Dein Hund muss merken, dass das Bellen Nachteile mit sich bringt und ruhiges Verhalten Vorteile. Liebe Judith, generell hört es sich aber doch so an, als seid ihr und euer Hund auf einem guten Weg, denn dein Hund ist ja erst 6 Monate bei euch und du hast in deinem Beitrag ja auch einige Erfolge beschrieben, die du auch sehen solltest. Haben eure Nachbarn schon versucht euren Hund zu bestechen, so dass er sich richtig über sie freut, wenn er sie sieht? Ich denke schon, dass sich euer Hund beruhigen wird, wenn er eure Nachbarn besser kennt. Ein gemeinsamer Spaziergang ab und zu könnte hier auch dabei helfen. Also nicht verzweifeln, mit der Zeit wird sich dein Hund sicherlich beruhigen, wenn er sieht, dass du die Verantwortung für Haus & Garten übernommen hast und dann wird er auch das Bellen einstellen. Liebe Grüße von Beate vom Team der Doguniversity
Hallo, Vielen lieben Dank für die schnelle und umfangreiche Antwort. Er bellt eigentlich sobald er jemanden sieht, unabhängig wie nahe jemand an den Zaun kommt. Es wirkt für mich als eine Mischung aus Unsicherheit weil er dabei Teilweise rückwärts geht und der Beanspruchung von unserem Grundstück. Wenn ein anderer Hund zu Besuch ist wirkt es als ob er den dazu motiviert zu bellen und dabei ist er aber dann ruhig... Ich werde auf jeden Fall das mit dem ins Haus bringen üben und danke für die Info, dass er im Moment noch nicht alleine in den Garten soll. lg
Hallo Judith, deine Einschätzung ist bestimmt richtig. Territoriales Verhalten gepaart mit Unsicherheit ist natürlich eine blöde Kombi. Ist aber gar nicht so selten, denn das Verteidigen des Territoriums resultiert ja auch aus einer Angst/Unsicherheit heraus, dass dem Hund jemand sein geliebtes Zuhause streitig machen könnte. Ich kann gut verstehen, dass es keinen Spaß macht, ständig zu schauen, was dein Hund gerade macht oder ihn vom Bellen abzuhalten. Aber gerade unsichere Hunde brauchen eine klare Führung, wir müssen ihnen Grenzen aufzeigen und Regeln aufstellen, damit sie verstehen, dass wir die Probleme lösen und Situationen selbst managen können, ohne grob zum Hund zu werden. Du solltest also im kommenden Jahr nochmal möglichst viel Zeit in die Erziehung investieren, dann wird das Zusammenleben nach der Pubertät sicherlich auch entspannter werden. Da man sich ja jetzt nicht mehr so oft im Garten aufhält, würde ich dir als "Hausaufgabe" geben 😉️ (Scherz), dass dein Hund in der nächsten Zeit keinen Nachbarn mehr anbellen darf. Du kannst, sobald er das Bellen anfängt auch mit deinem Abbruchsignal arbeiten oder dein Hund sollte angeleint sein. Ab dem Frühjahr, wenn also die Gartenzeit wieder beginnt, weisst du deinem Hund von Anfang an einen ruhigen Platz im Garten zu, du stellst also Regeln auf. Du wirst sehen, dein Hund wird sich schnell daran gewöhnen und auch im Garten ruhiger werden. Liebe Grüße Beate vom Team der Doguniversity
Hallo Judith, kurzer Nachtrag noch: Das ruhige und erwünschte Verhalten solltest du natürlich loben und auch ab und zu belohnen. Für uns Trainer ist das Loben des gewünschten Verhaltens so selbstverständlich, deshalb noch einmal für dich zur Ergänzung. 🙂 Liebe Grüße vom Team der Doguniversity
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