Um es vorwegzunehmen, ich weiss es ist ein schwieriges Thema, vielleicht habt ihr Rückfragen? Er ist jetzt 3.5 jahre alt. Seit 2 Jahren Leinenaggressiv (haben sehr langsam aber kontinuierlich Fortschritte gemacht, wir brauchen nunmehr keine 50meter Abstand sondern nur noch 10) ursprünglich aus Selbstschutz ggü. potenten Rüden. Habe ihn vor 6 Monaten einen 6 Monatschip setzen lassen. Er hörte sofort auf Urin zu lecken (sonst war es so dass er exessiv nach Hündinnen Urin suchte und beim verkosten des Urins für 10 Sekunden einfror und dannach ggf. Passanten anknurrte). Er markiert jetzt nicht mehr alle 10Meter sondern nur alle 20Meter (Wenn ich ihm das OK an der Leine gebe). 3,5 Monate nach Setzen des chips zeigte er etwas weniger Aggression ggü. unkastrierten Rüden an der Leine d.h. er ist mehr bei mir, lässt sich sogar bei Erzfeinden mit Käse für ein Schau ablenken. November wäre der operative Kastrationstermin. Ich bin ein Mensch der sich bei sehr wichtigen Entscheidungen nicht entscheiden kann. Meine Frage zusammengefasst: Aggression aus Selbstschutz plus ein Bruchteil hormonelle Aggression zusammen mehr als 1 Jahr gelernte Aggression. Insbesondere der Wegfall des exessiven Urinleckens und die etwas geminderte Aggression lassen mich vermuten das eine Kastration sinnvoll ist da sich seit chipsetzung beides gebessert hat. Auch das er im Freilauf nach Setzen des chips keinen Rüden mehr verprügelt (zurückdrängen und abschnappen) hat weist mich in Richtung Kastration. Auch interessiert mich insbesondere ob exessives Urinlecken durch Training überhaupt zu beheben ist. Ich habe nicht den Eindruck. Wie sind eure Erfahrungen hierzu? Ansonsten alle 2 Wochen Hundeschule und alle 2 Wochen Hobby-Mantrailing. Auch werde ich die von Nicole Brinkmann angepriesene Methode in vom Chaos in die Harmonie den Hund einzurahmen und in die Jacke zu greifen um ihn zu beruhigen ausprobieren.
Hallo Jens, was das Thema Leinenaggression angeht, das hört sich doch an, als seid ihr auf dem richtigen Weg. Also, weiter so und mit dem Training am Ball bleiben, denn du scheinst dir ja einen recht anspruchsvollen Hund "ausgesucht" zu haben, der noch dazu recht hoch im Testosteron steht, um es einmal so auszudrücken. Das Markieren würde ich an deiner Stelle in den ersten und letzten 10 Minuten des Spazierganges unterbinden, natürlich nachdem sich dein Hund gelöst hat. Und immer mal wieder einige Minuten laufen, in denen dein Hund nicht markieren darf. Du übernimmst ja die Entscheidungen für ihn und du entscheidest auch, wann und wie oft er markieren darf. Das hört sich evtl. hart an, ist bei solchen Hunden aber wichtig. Der Kastrationschip scheint ja gut zu wirken. Man kann eine Kastration zwar nicht 1:1 mit einem Chip vergleichen, er ist aber ein guter Test, in welche Richtung sich der Hund nach der Kastration dann entwickeln wird. Es ist natürlich gut möglich, dass dein Hund die eine oder andere Verhaltensauffälligkeit beibehalten wird, denn eine Kastration ist ja auch kein Wundermittel und die Kastration erfolgt recht spät (aber auf keinen Fall zu spät). Die Entscheidung musst du natürlich am Ende selbst treffen, aber es hört sich doch so an, als könnte euch die OP das Alltagsleben doch erleichtern, aber wie gesagt, ich denke, du hast hier einen Hund, der evtl. viele Dinge hinterfragt und immer mal wieder die Führung übernehmen möchte. Liebe Grüße von Beate vom Team der Doguniversity
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