Susanne
12.3.2025 um 19:14Uhr

schnappen

bürsten

fellpflege

missverständnis

Schnappen bei Bürsten und streicheln

Hallo zusammen Ich bin erst kurz dabei, aber hatte schon einige AHA-Erlebnisse und wir verzeichnen die ersten Fortschritte 💪 Eines allerdings konnte ich mir aus den Kursen bisher nicht erschliessen und daher frage ich hier mal um Rat und Erfahrungen. Ich habe vor 8 Wochen einen 12 jährigen, kastrierten Rüden aus Kreta adoptiert. Ich hatte ihn dort bereits 10 Tage lang kennengelernt und dann adoptiert. Er hat 8 Jahre auf der Strasse gelebt, allerdings halbwegs komfortabel mit einem Hundekumpel bei einem Hotel, dessen Besitzer die beiden mit Hütte und Futter versorgt hatte. Als das Hotel pleite ging, machte der neue Besitzer sehr klar, dass die Hunde weg müssen, oder er kümmere sich selbst darum... Zu meiner Situation: Die ersten 6 Wochen hat Rusty sich streicheln, massieren und bürsten lassen und hat es auch genossen, er ist sogar immer wieder dabei eingeschlafen. Vor zwei Wochen hat er beim Bürsten aufgejault, geschnappt und ist abgehauen. Vermutlich ein Schmerzreiz. Seitdem lässt er sich nicht mehr am Rücken und Rumpf berühren. Nachvollziehbar. Ich bin zum Arzt und sie vermutet Arthrose, er bekommt also seit 8 Tagen Schmerzmittel (Metacam). Er kommt nach wie vor sehr gern zum Kontaktliegen, lässt sich jedoch immer noch nicht streicheln oder gar bürsten und zeigt dies durch böse Blicke, zuckende Lefze und stark gehemmtes(!) Abschnappen. Ich interpretiere es als Bitte, nicht als Massregelung, denn er ist wirklich sehr gehemmt dabei. Das Schnappen passiert in Zeitlupe und nur wenige Zentimeter in meine Richtung, statt deutlichem Herumfahren, die Zähne schlagen auch nicht aufeinander. Manchmal macht er dabei ein Geräusch, das ist mehr fiepen oder stöhnen als knurren. Nun also mein Dilemma: er bittet mich ja durchaus höflich, ihn nicht zu streicheln und ich könnte damit leben, es einfach zu lassen. Grade, wenn vielleicht doch ein Schmerz dahinter steht oder auch die Angst vor dem Schmerz. Aber ich muss ihn halt schon hin und wieder bürsten... Sein Fell ist zwar kurz, aber viel Unterwolle und es bilden sich so Filz-Plaquetten. Ich vermute, er muss neu lernen, dass streicheln und bürsten nicht wehtun. Doch wie gehe ich da am besten vor? Ich habe natürlich einiges im Internet dazu gefunden, aber ich finde diese Methode hier so genial und einfach perfekt für einen Hund, der die Menschensprache nicht kennt. Daher würde ich mich sehr freuen von den Experten und anderen Community-Mitgliedern hier ein paar Trainigstipps zu bekommen 💕 Schonmal Danke vorab und viele Grüsse 🐾Sanny& Rusty🐾

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Team
13.3.2025 um 14:57Uhr

Hallo Susanne, tja das ist in der Tat etwas "dumm gelaufen", aber so etwas kann natürlich passieren. Wenn es möglich ist, also das Fell nicht zu arg verfilzt, solltest du jetzt ganz kleinschrittig und mit viel Geduld vorgehen. Streicheln nur solange, wie Rusty es gut aushält und noch keine Drohgebärden zeigt. Immer damit aufhören, wenn es gerade am Besten läuft, nicht zu lange bis der Bogen dann überspannt ist. Du kannst das Streicheln oder das Bürsten auch positiv mit Futter besetzen. Hoffentlich ist er verfressen! Wenn die Bürste also in der Nähe ist, oder du jetzt erst einmal mit der Rückseite der Bürste "bürstest" und Rusty sich ruhig verhält, dann gibt es währenddessen etwas ganz Leckeres. Gestalte also das Bürsten (streicheln ist jetzt dann erst mal nicht wichtig) so angenehm wie möglich. Ich würde auch einen anderen Platz zum Bürsten wählen als den, an dem der "Unfall" passiert ist. Draußen wäre vtl auch eine Möglichkeit. Gut wäre auch, wenn du das Bürsten dann durchführst, wenn du sicher bist, dass das Schmerzmittel gerade hoch wirksam ist. Noch eine Idee zur Medikation: Bei vielen Hunden hilft Traumeel und Zeel von der Firma Heel bei Arthrose. Sprich einfach deine Tierärztin mal darauf an und informiere dich über google. Ich wünsche euch von Herzen eine positive Entwicklung und "Hut ab" dafür, dass du dich einem solch alten Hund angenommen hast und ihm noch ein schönes zu Hause gibst. Viele Grüße vom Team der Doguniversity

Susanne
17.3.2025 um 10:24Uhr

Liebes Team, vielen Dank, das war ein guter Tipp und es hilft bereits. Ich hatte zunächst versucht, Rusty das bürsten „unterzumogeln“, wenn er eh grad am chillen ist. Doch es ist viel besser das ganz bewusst zu machen, an einem speziellen Ort, so dass er weiss jetzt wird gebürstet! mithilfe von Keksen geht es bereits viel besser. Vielen Dank, das ist eine Riesen Erleichterung. und so im Nachhinein verstehe ich ihn auch, chillen ist chillen und bürsten ist Bürsten. wenn er es mal geniessen lernt kann man das wieder verbinden, aber momentan ist eine klare Trennung viel besser für uns 😊

Team
17.3.2025 um 15:55Uhr

Hallo Susanne, es freut mich, dass du schon erste Erfolge vermelden könnt. Mache das Bürsten nicht unbedingt nur an einem Ort fest. Mache Rusty lieber die Bürste zum Freund. Wenn du ihm die Bürste zeigst, sollte er sie im Besten Fall positiv oder zumindest als gleichgültig verknüpft haben. Sonst kannst du Rusty nur noch an diesem bestimmten Ort bürsten, wenn’s blöd läuft. Aber das hört sich doch alles schon gut an. 👍😊

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