Unser Mischling (50% Deutscher Schäfer) ist nun 6 Monate alt. Wir haben sie aus einem Shelter in Griechenland, seit sie ca. 12 Wochen alt ist. Wir haben da gearbeitet und uns sofort in sie verliebt. Das meiste läuft ganz gut. Wir legen den Fokus zur Zeit aut Entspannung und Impulskontrolle. Momentan haben wir etwas „Probleme“ mit anderen Hunden. Wenn wir andere Hunde treffen wird sie ziemlich wild und will unbedingt hin. Kontakt an der Leine lassen wir natürlich nicht zu, deshalb versuchen wir mit ihr entweder die Distanz zu vergrössern und sie mit Käse zu belohnen oder wenn wir nicht ausweichen können versuchen wir die Ruheübung von Daniel (Hund im Sitz, Mensch in der Hocke hinter ihr & festhalten) zu machen, da sie beim vorbeigehen in die Leine springt. Seit ihr mit diesen Methoden einverstanden oder habt ihr noch andere Tipps? Sie reagiert neuerdings auch ziemlich sensibel wenn sie andere Hunde in der Entfernung bellen hört (aber nicht sieht). Dann bellt sie zurück, manchmal knurrt sie auch. Ist das Unsicherheit? Wie sollen wir da reagieren? Ignorieren? Ich freue mich auf eure Antworten. :)
Hallo , als mein Hund ( Collie ) noch ein Junghund war ist er auch immer ganz wild geworden wenn wir an anderen Hunden vorbeigegangen sind . Ganz wichtig ( hattest du ja schon gesagt ) kein Leinenkontakt zulassen .Meiner hat dan irgendwann verstanden das er eh nicht zu dem anderen Hund hinkommt . Er hat das Verhalten dann abgelegt . Wenn wir an einem Hund vorbei gehen der so Null hört und bellt dann lasse ich ihn trotzdem noch gerne absitzen . Lg Charlotta und Sky
Moin,Distanz vergrößern würde ich nicht. Belohnen auf keinen Fall es sei denn er ist ruhig und Leine locker. Am besten schon den Abstand so weit wie möglich vergrößern bei der Begegnung. An der Seite warten im Sitz besser im Platz jedoch auf jeden Fall sich vor den Hund stellen und nicht mit strammer Leine dahinter warten. Hast Du schon mal placeboard Training gemacht?
Hallo Bernhard. Also wir vergrössern die Distanz wenn möglich vor der Begegnung. Weichen z.B. aufs Feld aus. Wenn sie dann ruhig bleibt belohnen wir sie. Das mit dem Platz werden wir ausprobieren und Placeboard hört sich auch interessant an. :)
Hallöchen , es gibt ja 1000 Wege die nach Rom führen. Ich bin kein Freund davon, den Hund in solchen Situationen mit Leckerchen zu bestätigen. Da weiß man nie, wo die gerade in ihren Gedanken sind und was man da gerade bestätigt. Eine Aufgabe geben wie z. B. ein Sitz, ist eine Lösung, aber auch da kann der Hund nicht zeigen (z B. dem anderen Hund evtl. auch mal ausweichen wollen) , was gerade in ihm vorgeht, da er ja im Kommando steht. Ich würde eher ein unerwünschtes Verhalten korrigieren. Also meinem Hund erklären, dass ich sein Verhalten in dieser Situation nicht gut finde. Ich bleibe in der Kommunikation mit meinem Hund. Schaue, was er mir anbietet und reagiere entsprechend. Ich bleibe auch in Bewegung, da es für den Hund einfacher ist, seinen Frust zu verarbeiten. Stillstehen bedeutet Starre und das ist bei einer Hundebegegnung schon eine Herausforderung. Ich würde mich auch nicht vor den Hund stellen. So verbaut man ihm die Sicht und der Frust wird größer. Wer mag es schon, wenn man nichts mehr sehen kann. Ich denke auch, dass das ja nicht das Ziel ist immer stehen zu bleiben, ein Sitz einzufordern, zumal das nicht immer geht, wenn das Gegenüber genauso verfährt. Ich habe Distanz gehalten und unser Verhalten als Team trainiert, also unsere Kommunikation. Auch mal die Distanz verringert um zu schauen, wie weit mein Hund in seinem Verhalten ist. War die Distanz zu klein, dann wusste ich, wo wir stehen. Darüber hinaus haben wir an der Frusttoleranz gearbeitet, also Frust aushalten können auch wenn die große Liebe vorbeimarschiert 😉. Wir haben uns vom Leichten zum Schweren vorgearbeitet. Sicherlich braucht das seine Zeit, aber es lohnt sich. Es ist schön zu sehen, wenn der eigene Hund an der Leine zeigt, dass er von sich aus dem anderen auch ausweichen und sich zurücknehmen kann. Auch bleibe ich gerne mal stehen um mit dem anderen Hundeführer ein paar Worte zu wechseln. Da habe ich dann meinen Hund neben mich absitzen lassen, also das Verhalten trainiert, das ich haben möchte, wenn ich mit jemandem rede. Heute setzt er sich von alleine hin. Wenn beide Hunde sich nett verhalten, dann dürfen beide auch gerne mal Kontakt aufnehmen (mit Absprache des anderen Hundeführers). Ist doch dann die schönste Belohnung. Sorry, wenn ich jemanden angegriffen haben sollte. Das ist nicht meine Absicht. Wie gesagt, viele Wege führen nach Rom. Ich bin nur ein Freund davon, mit meinem Sozialpartner zu kommunizieren und es ihm so leicht wie möglich zu machen, um dann die schwierigen Situationen meistern zu können. Ich lasse meinen Hund vieles selber erarbeiten und schaue mir seine Lösungen an. Ist die Lösung nicht so toll, dann sage ich ihm das und biete eine Alternative an. Aber ... damit man diesen Weg gehen kann, bedarf es einer guten Bindungsarbeit, einer gemeinsamen Kommunikation und das Wichtigste ... der Hund muss sich in meiner Nähe wohl fühlen (Komfortzone). Und wenn dann doch mal was schief läuft, erinnere ich meinen Hund daran, was wir trainiert haben. Es gibt nun mal auch Tage, an denen auch der Hund mal nicht gut drauf ist. Sind ja schließlich Lebewesen. Damit Du nicht denkst, dass das einfach ist ... Mein Hund hat mich auch gerne mal auf die Geduldsprobe gestellt und es war nicht immer einfach akzeptieren zu müssen, dass mein Hund meine Entscheidungen auch mal hinterfragt hat. Mir hat dann immer geholfen konsequent meine Entscheidung durchzusetzen. Heute weiß ich, dass das aber für unsere Beziehung wichtig war, da mein Hund eine konsequente Führung braucht, damit er sich auf mich verlassen kann und ich mich nicht wie ein Fähnchen im Wind drehe. Welchen Weg Du Dir auch aussuchst ... ich wünsche Dir viel Freude mit Deiner Fellnase .
Danke für diese tolle und ausführliche Antwort, Barbara! :)
https://youtu.be/HGL16sHaMXI
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